Die Patronate von Sonos

Konsolidierung des Berufsbildes Audiopädagogik

Der grösste Teil der Kinder und Jugendlichen mit einer Hörbeeinträchtigung wird in der Schweiz integrativ geschult. Um Chancengerechtigkeit zu garantieren, müssen einerseits die betroffenen Kinder und Jugendlichen individuell beraten und gefördert werden, andererseits die Bildungsstätten angepasste Lernbedingungen gewährleisten. Auf beiden Seiten setzt die Audiopädagogik an: Audiopädagogische Fachpersonen begleiten die Betroffenen vom Zeitpunkt der Diagnose bis zum Ende ihrer ersten beruflichen Ausbildung mit zwei bis vier Wochenlektionen. Sie schaffen die Voraussetzung für die Erlangung von wichtigen Kompetenzen und Fähigkeiten.

Eine Initiative setzt sich für die Konsolidierung des Berufsbildes Audiopädagogik ein. Dahinter steht die gemeinsame Leitungskonferenz der Leitenden der Audiopädagogischen Dienste der Deutschschweiz sowie der Schulen für Hörgeschädigte. Im Zuge der bildungspolitischen Bestrebungen nach Integration wurden in den letzten Jahren mehrere Schulen und Abteilungen für Hörgeschädigte geschlossen. Weiteren Schulen und Abteilungen droht die Schliessung. Die Sorge, dass dadurch Kinder und Jugendliche mit einem hohen Bedarf an hörpädagogischer Begleitung nicht mehr adäquat betreut werden, ist angebracht. Zudem ersetzt eine Fachperson in schulischer Heilpädagogik nicht die audiopädagogische Fachspezialistin. Audiopädagogik ist ein umfassender Betreuungs- und Beratungsauftrag. Dies ist noch zu wenig bekannt in der Öffentlichkeit.

Der Initiative geht es einerseits darum, das Berufsbild des Audiopädagogen zu schärfen. Andererseits soll die Audiopädagogik vermehrt in die Öffentlichkeit gebracht werden. Sonos übernahm im November 2015 das Patronat für die Konsolidierung des Berufsbildes Audiopädagogik.

Pilotprojekt Fachstelle Bilinguale Bildung für Gehörlose/Hörbehinderte Graubünden FsB

Das Pilotprojekt Fachstelle Bilinguale Bildung für Gehörlose/Hörbehinderte Graubünden FsB wurde 2013 von der Genossenschaft Fontana Passugg (GFP) und dem Bündner Hilfsverein für Gehörlose (BHV) initiiert. Ziel des Projekts ist das Modell Bilingualität in Erziehung und Bildung zu verankern. Denn noch verläuft Bildung gehörloser und hörbeeinträchtigter Kinder und Jugendlicher in der gesprochenen Sprache mit Ablesen, Hörtraining und technischen Hilfsmitteln, aber meist ohne Gebärdensprache. Auch in der Elternberatung ist die billinguale Bildung ebenso selten ein Thema wie der Einbezug von Gebärdensprache.

Dies will das bis 2018 laufende Pilotprojekt ändern. Nach der Diagnose Hörbehinderung wird im Kanton Graubünden auf die neue Fachstelle mit ihren Angeboten und Dienstleistungen verwiesen. Diese berät und begleitet die Erziehungsberechtigten und Angehörigen im Prozess der Neuorientierung. Die Stelle informiert Eltern und deren Umfeld individuell über die Möglichkeiten der bilingualen Erziehung und Bildung. Sie vermittelt zudem den Zugang zu Angeboten in Gebärdensprache und gesprochener Sprache und sensibilisiert das Umfeld für Themen rund um Hörbehinderung. Ausserdem werden regelmässig Freizeit-Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche organisiert.

Nach der Evaluation des Pilotprojekts ist das Ziel, dass der Kanton Graubünden mit einem ergänzenden Leistungsauftrag diese Fachstelle in die Strukturen des Heilpädagogischen Dienstes (HPD GR) integriert.

Sonos übernimmt – gemeinsam mit dem Schweizerischen Gehörlosenbund (SGB-FSS) und dem Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (EDGB) – das Patronat für das Pilotprojekt.
www.fsb-gr.ch