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Regionales Arbeitsvermittlungszentrum RAV

Wird ein hörbeeinträchtigter Arbeitnehmer arbeitslos, ist das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) die erstzuständige Instanz. Umgekehrt gehen Arbeitgeber für ihre Personalsuche häufig zum RAV. Das RAV bringt Arbeitgeber und Arbeitssuchende zusammen.

Worauf sollte das RAV achten, wenn ein Arbeitsuchender hörbeeinträchtigt ist?

  • Sorgen Sie für gute Lichtverhältnisse bei der Platzwahl, damit der hörbeeinträchtigte Klient gut Lippenlesen kann.
  • Verständigen Sie sich über die Kommunikation – Dialekt, Schriftdeutsch, mit Dolmetscher?
  • Ein hörbeeinträchtigter Arbeitsuchender braucht oft mehr Aufmerksamkeit und persönliche Unterstützung. Nehmen Sie sich Zeit, um sich individuell mit dem Klienten und seiner Hörbeeinträchtigung bekannt zu machen. Damit tun Sie nicht nur Ihrem Klienten einen Gefallen, sondern auch dem künftigen Arbeitgeber. Denn der Arbeitgeber wird es schätzen, wenn Sie ihn gut über die Hörbeeinträchtigung und die Ressourcen Ihres Klienten informieren können. So können Sie für Ihren Klienten einen passenden Arbeitgeber finden.
  • Achten Sie darauf, sich in der Kommunikation mit einem hörbeeinträchtigter Klienten immer deutlich und klar auszudrücken. Schicken Sie ihm nach dem Beratungsgespräch eine schriftliche Zusammenfassung. Bestätigen Sie alle Vereinbarungen mit ihrem Klienten schriftlich.
  • Gehen Sie nicht automatisch davon aus, dass ihr hörbeeinträchtigter Klient sofort alles verstanden hat. Vergewissern Sie sich, dass Sie richtig verstanden wurden: Lassen Sie Ihren Klienten das verstandene Gehörte zusammenfassen.
  • Erarbeiten beziehungsweise überarbeiten Sie gemeinsam Bewerbungsunterlagen und Bewerbungsstrategie.
  • Informieren Sie den hörbeeinträchtigten Klienten über Einarbeitungszuschüsse und mögliche Weiterbildungskurse.
  • Bereiten Sie Ihren Klienten gut auf Vorstellungsgespräche vor.
  • Unterstützen Sie ihn bei Anstellungsverhandlungen.

Invalidenversicherung (IV)

Ein Arbeitgeber überlegt, einen hörbeeinträchtigten Arbeitnehmer einzustellen. Was kann die Invalidenversicherung (IV) für den Arbeitgeber tun?

  • Die IV bietet in diesem Fall diverse Anreize für Arbeitgeber. Es handelt sich dabei vor allem um den Einarbeitungszuschuss, den Arbeitsversuch und die Entschädigung für Arbeitgeber, wenn der Mitarbeitende krankheitsbedingt eine Beitragserhöhung der Krankentaggeldversicherung und der beruflichen Vorsorge auslöst. Schliesslich gibt es auch eine Entschädigung für Arbeitgeber, die sich bereit erklären, gesundheitlich beeinträchtigte Personen weiter zu beschäftigen und ihnen ermöglichen, an Integrationsmassnahmen teilzunehmen. Arbeitgebende finden mehr auf der IV-Website im Kapitel Arbeitgebende unter «Sozialversicherungen». Einen Leitfaden für die berufliche Eingliederung bietet auch die IV-Stellen-Konferenz.

Ein Hörbeeinträchtigter sucht eine neue Stelle. Was kann die IV für ihn tun?

  • Die berufliche Eingliederung behinderter Personen ist ein zentrales Ziel der IV. Deshalb erbringt sie auf diesem Gebiet umfangreiche Leistungen: Fachleute der IV-Stellen bieten selbst Dienstleistungen in der Berufsberatung und in der Arbeitsvermittlung an; ausserdem übernimmt die IV Kosten für die berufliche Ausbildung oder Umschulung. Ausführliche Informationen zu den Eingliederungsmassnahmen findet man auf der IV-Website und bei den kantonalen IV-Stellen.

Ein Hörbeeinträchtigter hat einen neuen Arbeitgeber gefunden. Was kann die IV für den Arbeitgeber tun?

  • Die Website der IV sowie die kantonalen IV-Stellen informieren über Sozialversicherungen
  • Die IV verfügt über verschiedene Möglichkeiten, Hilfsmittel am Arbeitsplatz zu finanzieren –beispielsweise ein Schreibtelefon oder den Einsatz von Gebärdensprachdolmetschern. Weitere Informationen dazu gibt die zuständige IV-Kontaktperson oder eine Gehörlosenfachstelle

Gehörlosenfachstellen

  • Die Fach- und Beratungsstellen für Hörbehinderte und Gehörlose sind da zur Beratung und Unterstützung aller Hörbeeinträchtigten. 
  • Auch Arbeitgeber mit (potenziellen) hörbeeinträchtigten Arbeitnehmern können sich bei den Gehörlosenfachstellen kompetent beraten lassen.
  • Die Fach- und Beratungsstellen informieren über wichtige Punkte bei der Einführung von neuen Mitarbeitenden mit Hörbeeinträchtigung.
  • Sie beraten bei der Gestaltung des Arbeitsplatzes.
  • Sie informieren über akustische und visuelle Hilfsmittel für Arbeitsplätze von Gehörlosen und Hörbeeinträchtigten.
  • Sie informieren über Unterstützungsmöglichkeiten der IV-Stellen und RAV-Zentren.
  • Sie beraten zum Thema Weiterbildungen.
  • Sie vermitteln bei Konflikten und Kommunikationsproblemen am Arbeitsplatz.

Die Gehörlosenfachstellen haben alle Informationen für Arbeitgeber und Personalverantwortliche in einem Merkblatt zusammengefasst.