Hörbehinderung

Jeder Mensch hat bei seiner Geburt etwa 18'000 Hörzellen pro Ohr. Werden sie geschädigt und sterben ab, gibt es keine neuen – Hörzellen können nämlich nicht nachwachsen. Lebenswandel, Geräuschbelastung, Verletzungen und der ganz normale Alterungsprozess setzen den Hörzellen zu. So leidet heute bereits jede dritte ältere Person in der Schweiz an Altersschwerhörigkeit – Tendenz steigend.

Hörbehinderungen

In der Schweiz leben schätzungsweise über eine Million Menschen mit Hörbehinderung, davon sind rund 10'000 Menschen seit der Geburt gehörlos oder stark schwerhörig. Das sind 0,2 % der Schweizer Bevölkerung. Gehörlosigkeit beziehungsweise Taubheit können angeboren sein, meistens entwickeln sie sich jedoch später. Bei Menschen ab 65 Jahren nehmen Hörverlust und Ertaubung rapide zu, rund 20% der Bevölkerung sind betroffen.

Hörbehinderung wird als Überbegriff für alle Formen der Behinderung im Zusammenhang mit dem Gehör benutzt: Gehörlosigkeit, Schwerhörigkeit, Hörsehbehinderung, Ertaubung. Es handelt sich dabei um verschiedene Grade der Beeinträchtigung des Gehörs. Rund 25% der Menschen mit einer Hörbehinderung in der Schweiz haben Hörgeräte oder Hörimplantate (Cochlea-Implantat), um gesprochene Sprache besser zu verstehen.

Hörbehinderung ist unsichtbar

Hören ist ein wesentlicher Teil unseres Lebens, unsere Kommunikation baut darauf auf. Umso wichtiger ist es, auf die Probleme hörgeschädigter Menschen aufmerksam zu machen und zu helfen. Menschen mit Hörproblemen sind in Schule, Ausbildung, Beruf und Freizeit noch immer stark benachteiligt. Taub geborene oder vor dem Spracherwerb ertaubte Menschen haben dabei andere Probleme als hörend Geborene, die nach dem Spracherwerb ertaubt sind. Hörbehinderung ist eine unsichtbare Behinderung. Hörbeeinträchtigte Menschen fühlen sich oftmals ausgegrenzt aus der heutigen Informationsgesellschaft. Der Hörbehindertenverband Sonos setzt sich seit über 100 Jahren dafür ein, Barrieren für Schwerhörige und Gehörlose abzubauen und ihnen den Alltag zu erleichtern.