Barrierefreies Recht für Hörbeeinträchtigte

Menschen mit Hörbehinderung sind wählende Bürger. Daher ist es wichtig, dass sie über die Gesetzeslage, das politische System sowie über die Parteien informiert sind.

Auf der rechtlichen Ebene gibt es Bestimmungen, welche einerseits den Staat, anderseits auch Private verpflichten, Benachteiligungen gegen Behinderte zu beseitigen oder gar nicht erst entstehen zu lassen und damit zu deren selbstbestimmter Lebensführung beizutragen. Jedoch sind dies im Alltag häufig nur programmatische Formulierungen und in diesem Sinne eher als Zielformulierungen zu verstehen.

Rechtsberatung von Inclusion Handicap

Inclusion Handicap bietet Rechtsberatung für Menschen mit Behinderungen, deren Angehörige und Betreuungspersonen an. Die Rechtsberatung steht allen Betroffenen zu, unabhängig von der Art der Behinderung und von der Mitgliedschaft in einer Organisation. Das Angebot ist grundsätzlich unentgeltlich. Über Einzelheiten des Angebots, die Vorgehensweise, über Rechte und Pflichten orientiert das Reglement.

Auf der Informationsplattform Humanrights finden Sie ausgewählte Texte zu Menschenrechten in Schweizerdeutscher Gebärdensprache (SDGS). Diese Videos wurden in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Gehörlosenbund (SGB) und FocusFive TV produziert. Die Produktion wurde vom Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (EBGB) finanziell unterstützt.
www.humanrights.ch

Um das Internetangebot des EBGB in Bern auch für gebärdende Nutzerinnen und Nutzer optimal zugänglich zu machen, bietet das Gleichstellungsbüro einen Teil der Informationen auch in Gebärdensprache an.
www.edi.admin.ch

Seit Dezember 2015 sind die Behindertenrechtskonvention (BRK) und das Behindertengleichstellungsgesetz (BhiG) neu auch in Gebärdensprache und in leichter Sprache verfügbar. Hörbehinderte oder geistig behinderte Personen sowie Personen mit einer Leseschwäche haben dadurch leichter Zugang zu Gesetzestexten des Behindertenrechts. Dieses Angebot ist Teil des Schwerpunktprogramms «Partizipation: mitreden, mitgestalten, mitbestimmen» des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (EBGB). Hauptziel ist es, das Recht der Menschen mit Behinderungen auf eine volle und echte soziale Teilhabe und Integration umzusetzen. Das Projekt ist das Resultat einer Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Amtliche Veröffentlichungen (KAV) der Bundeskanzlei.
Hier finden Sie die barrierefreien Texte als PDF.

Die Direktive 2010/64/EU des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rates vom 20. Oktober 2010 legt für die EU-Länder minimale verbindliche Regeln fest bezüglich des Rechts auf Verdolmetschung und Übersetzung sowohl in Strafrechtsprozessen als auch bei einem europäischen Haftbefehl. Dieses Recht betrifft auch das Verdolmetschen zwischen gesprochenen Sprachen und Gebärdensprachen.

Das EU-Projekt «Justisigns - Gerichtsdolmetschen und Gebärdensprache» ist ein transnationales Aus- und Weiterbildungsprojekt von Experten und Expertinnen aus Irland, Belgien, dem Vereinigten Königreich und der Schweiz. Es wird von der Europäischen Kommission im Rahmen ihres Programms für lebenslanges Lernen mitfinanziert und läuft von 2013 bis 2016. Das EU-Projekt hat folgende Ziele:

  • Entwicklung eines Online-Kurses zum Gerichtsdolmetschen als Weiterbildung für Gebärdensprachdolmetscher/innen und für Studierende in der Ausbildung zum/zur Gebärdensprachdolmetscher/in (Umfang: 5 ECTS-Punkte)
  • Entwicklung eines Online-Kurses zum Thema Gehörlosigkeit, Gebärdensprache und Gehörlosenkultur für unterschiedliche Berufsgruppen, die im Gerichtswesen tätig sind (z.B. Polizei, Anwälte, Richter) (Umfang: 5 ECTS-Punkte)
  • Erstellung von Materialien in Gebärdensprache für Gehörlose und Hörbehinderte über das Gerichtswesen

www.justisigns.com

«Handicap und Recht» von Inclusion Handicap ist eine Sammlung juristischer Artikel in den Bereichen Gleichstellungs- und Sozialversicherungsrecht. Inhalt sind die Präsentation und Kommentierung von praxisrelevanten Gesetzen, Verordnungen und Verwaltungsweisungen, ausgewählte Gerichtsurteile sowie Beispiele aus der Beratungstätigkeit.