Barrierefreies Bauen für Hörbeeinträchtigte

Alle Menschen sollen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Deshalb müssen bei Bauten und Anlagen auch die Bedürfnisse und Rechte behinderter Menschen beachtet werden. Dies schreibt das Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) seit dem 1. Januar 2004 vor. Ausserdem ist seit 2009 die Norm SIA 500 «Hindernisfreie Bauten» gültig. Die Norm, an deren Ausarbeitung die massgeblichen Fachstellen und Behindertenorganisationen beteiligt waren, will nicht nur Speziallösungen für behinderte Menschen durchsetzen, sondern die gebaute Umwelt von möglichst vielen Hindernissen befreien, damit sie für alle zugänglich und benutzbar wird. Die Publikation ist erhältlich beim Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein SIA.

Beim Bauen für gehörlose und hörbeeinträchtigte Menschen gilt das Zwei-Sinne-Prinzip. Damit ist gemeint, dass bei Beeinträchtigung eines Sinnesorgans die Kompensation der beeinträchtigten Wahrnehmung mit einem anderen Sinnesorgan möglich sein muss. Das Zwei-Sinne-Prinzip entspricht dem Konzept des «design for all». 

Gut gefügte Räume, gut geführtes Licht, gute Typografie am Bau, sorgfältige Planung der Raumakustik – dies alles sind Faktoren des hörbehindertengerechten Bauens. Diese nützen nicht nur dem hörbeeinträchtigten oder gehörlosen Menschen, sondern allen.

Bauberatung der BKZ

Die Bauberatung ist eine Abteilung der Behindertenkonferenz Kanton Zürich BKZ. Als Dachorganisation der Behinderten-Selbst- und -Fachhilfe im Kanton Zürich setzt sie sich für die gleichberechtigte Teilnahme von Menschen mit einer Behinderung am öffentlichen Leben ein. Die Bauberatungsstelle hat die Aufgabe, architektonische Barrieren im Hoch- und Tiefbau zu verhindern.
www.bkz.ch.

Hindernisfreie Architektur - Die Schweizer Fachstelle

«Hindernisfreie Architektur – Die Schweizer Fachstelle» (früher: «Schweizer­ische Fachstelle für behindertengerechtes Bauen») bietet seit 35 Jahren vielfältige Planungshilfen für ein barrierefreies Bauen. Die Fachstelle tritt für eine hindernisfreie Architektur als nachhaltig gesellschaftliche Notwendigkeit ein. Die Vision der Fachstelle ist ein generelles «Design for all». 
www.hindernisfrei-bauen.ch

Richtlinien «Hörbehindertengerechtes Bauen»

Die Richtlinien «Hörbehindertengerechtes Bauen» sind ein Leitfaden für eine konkrete Anwendung des hindernisfreien Bauens in der Praxis. Denn gegenüber dem Wissensstand im Bereich Mobilitäts- und Sehbehinderung besteht bei der Hörbehinderung Nachholbedarf. Die von Angelo Clerici und Joe A. Manser 2014 herausgegebene Schrift basiert auf der Norm SIA 500 «Hindernisfreie Bauten», die den aktuellen Stand der Technik widerspiegelt und die Mindestanforderungen für das hindernisfreie Bauen in der Schweiz festlegt. Die Richtlinien erläutern die Anforderungen der Norm und geben einen Überblick über weitere Aspekte, welche für das hörbehindertengerechte Bauen von Bedeutung sind.

Die in Zusammenarbeit mit Sonos erarbeitete Broschüre ist erhältlich bei der Schweizerischen Fachstelle für behindertengerechtes Bauen.

Sonos-Broschüre: «Barrierefreie Schulhäuser»

Hören und verstehen fordert von einem hörbeeinträchtigten Kind viel mehr Konzentration und Anstrengung als ein normalhörendes Kind aufbringen muss – selbst wenn die Hörhilfen optimal eingestellt sind. Deshalb sind hörbehinderte Kinder speziell auf gute akustische Bedingungen ohne Störschall angewiesen, um dem Unterricht folgen zu können. Doch die Infrastruktur von Schulbauten ist oft nicht hörbehindertengerecht gestaltet. Sonos, der Schweizerische Dachverband für Gehörlosen- und Hörgeschädigten-Organisationen hat zusammen mit dem Architekten Max Meyer die Broschüre «Barrierefreie Schulhäuser» herausgebracht. Die Publikation ist hilfreicher Ratgeber und Planungshilfe für Schulgemeinden, Architekten und Fachplaner.

Andrea Eschbach, Max Meyer: Barrierefreie Schulhäuser. Grundlagen und Empfehlungen für die inklusive Bildung von hörbehinderten Kindern. Hrsg. Sonos, Zürich 2017. Erhältlich über die Sonos-Geschäftsstelle. PDF hier zum Download.

Sonos-Buch: «Bauen für Hörbehinderte»

Das von Sonos herausgegebene Buch «Bauen für Hörbehinderte» zeigt anhand von dokumentierten Fallbeispielen die Konzepte und Lösungsfindungen zum Bauen für Hörbehinderte – vom Walkerhaus in Bern bis zum Rathaus in St. Gallen.

Max Meyer: Bauen für Hörbehinderte. Leitfaden für Architekten, Fachplaner und Bauträgerschaften. Hrsg. Sonos, Zürich 2009, CHF 41.-. Erhältlich über die Sonos-Geschäftsstelle.