Bildung für Gehörlose und Hörbeeinträchtigte

Eltern obliegt die Hauptverantwortung für Berufswahl, -ausbildung und -integration ihrer gehörlosen und hörbeeinträchtigten Kinder. Sie werden in ihren Bemühungen durch die Schweizerische Vereinigung der Eltern hörgeschädigter Kinder (SVEHK) unterstützt. Wichtig ist einerseits die Integration in die hörende Umwelt, andererseits aber auch die Förderung des Selbstwertgefühls als Hörbeeinträchtigter, beides mit dem Ziel, den jungen Menschen für ein selbständiges Leben stark zu machen.

Unterricht an der Schule für Gehör und Sprache (SGSZ)
Unterricht an der Schule für Gehör und Sprache (SGSZ)

Die Früherziehung

Die ersten Lebensjahre sind entscheidend für die Entwicklung. Die ädaquate Förderung beginnt deshalb idealerweise bereits mit der Früherziehung. Die Arbeit von Audiopädagogen setzt ein, sobald die Hörbeeinträchtigung bei einem Kind diagnostiziert ist. Die Tätigkeit umfasst in der Regel die Schwerpunkte intensive Elternberatung sowie Unterstützung des Kindes in der Entwicklung, insbesondere der Hörentwicklung und Sprachanbahnung. Auf der Website von Audiopädagogik.ch finden Sie einen Film über Audiopädagogik im Frühbereich. Sonos setzt sich seit November 2015 mit einem Patronat für die Konsolidierung des Berufsbildes Audiopädagogik ein.

Der Audiopädagogische Dienst (APD) der Gehörlosen- und Sprachheilschule Riehen (GSR) gewährleistet die Förderung, Schulung und pädagogisch-therapeutische Unterstützung für Kinder mit einer Hörbeeinträchtigung in der Nordwestschweiz. Ab dem Erfassungszeitpunkt wird im Elternhaus mit dem hörbeeinträchtigten Kind therapeutisch gearbeitet. Fallweise kann die Therapie auch am APD in Basel durchgeführt werden. 
www.gsr.ch

Die Zentrum für Gehör und Sprache (ZGSZ) in Zürich unterstützt mit dem audiopädagogischen Dienst (APD) Betroffene und Ratsuchende bei allen Fragen im Umgang mit der Hörbeeinträchtigung im familiären, schulischen und beruflichen Umfeld. In der vorschulischen Frühförderung wird die Entwicklung des Kindes im sprachlichen, kognitiven, sozialen und emotionalen Bereich unter Einbezug der familiären Situation optimal unterstützt.
www.zgsz.ch

Der Landenhof – Zentrum und schweizerische Schule für Schwerhörige – in Unterentfelden (Aargau) bietet audiopädagogische Früherziehung hörbeeinträchtigter Kinder an. Im Vorschulalter wird dabei mit den Kindern zu Hause gearbeitet. Zudem gibt es bei Nachfrage eine Spiel- und Fördergruppe für 3- bis 5-jährige Kinder.
www.landenhof.ch

Das Pädagogische Zentrum für Hören und Sprache (HSM) in Münchenbuchsee bietet einen audiopädagogischer Dienst für hörbeeinträchtigte Kinder im Vorschulalter an.
www.gef.be.ch

Der Sprachheilkindergarten in St.Gallen nimmt Kinder mit schweren Spracherwerbsstörungen, Entwicklungsverzögerungen und Entwicklungsauffälligkeiten auf. Er gehört zur Sprachheilschule St.Gallen.
www.sprachheilschule.ch

Die Tanne - Schweizerische Stiftung für Taubblinde stellt mit der heilpädagogischen Früherziehung ein integrales Angebot besonders für hörsehbehinderte Kinder zur Verfügung. Dies reicht von der spezialisierten Förderdiagnostik über die Arbeit mit dem Kind, die Beratung und Unterstützung der Eltern bis hin zur Begleitung im Prozess der Einschulung. Ergänzend zur heilpädagogischen Früherziehung und zu Therapien wie Logopädie für kleine Kinder oder Physiotherapie wird auch eine Betreuung mit oder ohne Übernachtung im Tanne-Internat angeboten.
www.tanne.ch

Der Audiopädagogische Dienst Schaffhausen bietet audiopädagogische Frühförderung und schulische Audiopädagogik im Kanton Schaffhausen an.

Der Audiopädagogische Dienst Solothurn unterstützt im Kanton Solothurn Kinder mit einer Hörbeeinträchtigung und ihr familiäres Umfeld von der Diagnose bis zum vollendetem 18. Lebensjahr.

Der Audiopädagogische Dienst Thurgau bietet audiopädagogische Früherziehung im Kanton Thurgau an.

Schweizerische Vereinigung der Eltern hörgeschädigter Kinder (SVEHK)

Das Hauptanliegen der SVEHK ist die Verbesserung der Situation hörbeeinträchtigter Kinder und Jugendlicher vom Zeitpunkt ihrer diagnostischen Erfassung bis zum Abschluss ihrer schulischen und beruflichen Ausbildung.

Erklärtes Ziel der 1974 gegründeten Vereinigung ist es, dass hörbeeinträchtigte Kinder trotz ihrer unsichtbaren Behinderung zu selbständigen Erwachsenen werden. In ihrem nationalen Netzwerk mit Regionalgruppen gibt sie Informationen an Eltern weiter und vertritt deren Interessen bei Behörden, Ärzten und Institutionen. Damit soll die Position der Hörgeschädigten gestärkt und die Öffentlichkeit sensibilisiert werden. Die Selbsthilfegruppe informiert über alle möglichen Hilfsmittel und Therapierichtungen. Sie berät zu den Vorteilen einer Erziehung mit Lautsprache, mit Gebärdensprache oder mit dem bilingualen Modell.
www.svehk.ch

Angebote für den bilingualen Spracherwerb

In der Schweiz entstehen immer mehr bilinguale Angebote. So bieten das Zentrum für Gehör und Sprache (ZGSZ) in Zürich und das Pädagogisches Zentrum für Hören und Sprache (HSM) in Münchenbuchsee eine bilinguale Grundstufe für hörbeeinträchtigte Kinder an. 

Auf Sekundarstufe wird an der Oberstufe für Gehörlose und Schwerhörige Sek 3 in Zürich ein Teil der Fächer nach dem Konzept «Unterricht mit erhöhtem Gebärdensprachangebot» erteilt: Hier ist zusätzlich zur Lehrperson auch eine gehörlose Unterrichtsassistenz anwesend, die für die Gebärdensprache zuständig ist.